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Die Geschichte der Strecke

Meppen - Essen (Oldb.)

Von privaten Eisenbahnkomitees im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Diskussion über eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Meppen und Essen (Oldb.).

Eine Strecke mit Geschichte

Die Geschichte der Meppen-Haselünner Eisenbahn begann im ausgehenden 19. Jahrhundert. Damals entwickelte sich das Eisenbahnnetz in Nordwestdeutschland stetig weiter. Während bereits wichtige Hauptstrecken bestanden, fehlten im Emsland noch leistungsfähige Querverbindungen.

Deshalb entstanden ab 1878 in Meppen und Haselünne private Eisenbahnkomitees, die sich für den Bau einer eigenen Bahnstrecke einsetzten.

1894
Zukunft der Strecke
Quelle: Kreisarchiv Landkreis Emsland (Erster Fahrplan von 1894)

Regelmäßiger Betrieb beginnt

Am 17. Oktober 1894 nahm die Meppen-Haselünner Eisenbahn ihren regelmäßigen Betrieb auf. Die erste Strecke verband Meppen und Haselünne auf einer Länge von 14,5 Kilometern.

Damit erhielt die Region eine neue Verkehrsachse, die sowohl für Fahrgäste als auch für den Güterverkehr von großer Bedeutung wurde.

1902–07
Ausbau der Eisenbahnstrecke
Quelle: Sammlung Emsländische Eisenbahn GmbH

Ausbau bis Essen (Oldb.)

Bereits wenige Jahre später wurde die Bahn weiter ausgebaut. 1902 erfolgte die Verlängerung bis Herzlake. 1907 wurde über Löningen und Essen die Verbindung zur Oldenburger Staatsbahn hergestellt.

Dadurch verbesserten sich die Verkehrswege der Region erheblich. Die Wirtschaft profitierte von schnelleren Transportmöglichkeiten, unter anderem in Richtung der Nordseehäfen.

1916/17
Personen- und Güterverkehr
Quelle: Kreisarchiv Landkreis Emsland (Historische Ansichtskarte Bahnhof Meppen)

Mehr als 100.000 Fahrgäste

In den ersten Jahrzehnten entwickelte sich die Bahn sehr erfolgreich. Bereits im Geschäftsjahr 1916/17 beförderte die Meppen-Haselünner Eisenbahn erstmals mehr als 100.000 Fahrgäste.

Auch der Güterverkehr nahm stark zu. Die Eisenbahn wurde für viele Menschen und Unternehmen im Emsland ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens und des wirtschaftlichen Aufschwungs.

1933
Zukunft der Strecke
Quelle: Emsländische Eisenbahn GmbH (Betriebsführungsvertrag von 1933)

Wirtschaftlicher Druck

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Bahn zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Schwankende Konjunkturen und steigende Kosten belasteten den Betrieb.

Ab 1933 übernahm die Bentheimer Eisenbahn die Betriebsführung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Situation schwierig. Der zunehmende Straßenverkehr führte zu immer stärkeren Konkurrenzproblemen.

1954
Zukunft der Strecke
Quelle: Kreisarchiv Landkreis Emsland (Bahnhof Meppen)

Personenverkehr

In den 30er Jahren begann der Bau des Ems-Seiten-Kanals von Papenburg nach Geeste, der eine Verlegung der Bahnlinie erforderte. Der Krieg unterbrach jedoch die Arbeiten. Nach Kriegsende wurde die Bahnstrecke über das Gelände am Schießplatz verlegt, um u.a. eine militärische Nutzun zu erschweren. Ursprünglich verlief die Anbindung an den Bahnhof Meppen über die südliche Seite mit der Streckenführung über die Dammstraße. 1954 wurde die neue Trasse fertiggestellt und seitdem erfolgt eine Anbindung über die nördliche Seite. Am Kanal wurde bis heute nicht weitergebaut.

1965–70
Zukunft der Strecke
Quelle: Kreisarchiv Landkreis Emsland (Letzter Fahrplan von 1970)

Ende des Personenverkehrs

Um Kosten zu senken, setzte die Meppen-Haselünner Eisenbahn ab 1965 verstärkt Omnibusse im Personenverkehr ein.

Schließlich wurde der Personenverkehr auf der Strecke zum 31. Dezember 1970 eingestellt. Die Strecke blieb jedoch für den Güterverkehr und museale Fahrten weiterhin von Bedeutung.

1975-1980
Zukunft der Strecke
Quelle: Kreisarchiv Landkreis Emsland (Gepäckwagen der MHE 1974 )

Ankauf der DB Strecke

Zu Beginn der 70er Jahre plante die DB die Streckenstilllegung. Auf Mietbasis konnte die Meppen-Haselünner Eisenbahn die Strecke weiternutzen, bis der Landkreis Emsland, als Eigentümer der Meppen-Haselünner Eisenbahn, 1975 die Teilstrecke Löningen - Lewinghausen erwarb. 1977 begannen dann auch die Verhandlungen zur Übernahme der verbliebenen Strecke Löningen - Essen (Oldb.), die sich bis 1979 hinzogen. Noch bis 1979 wurden in Lewinghausen Züge von der DB an die Meppen-Haselünner Eisenbahn übergeben.

1993
Fusion zur Emsländischen Eisenbahn
Niederschrift des Kreistages Landkreises Emsland zur Fusion von 1993

Fusion zur Emsländischen Eisenbahn

Ein wichtiger Schritt erfolgte 1993: Die Meppen-Haselünner Eisenbahn fusionierte gemeinsam mit der Hümmlinger Kreisbahn zur Emsländischen Eisenbahn.

1997
Gründung Emsländische Eisenbahn GmbH

Gründung Emsländische Eisenbahn GmbH

Bereits vier Jahre später, im Jahr 1997, wurde aus der Emsländischen Eisenbahn die Emsländische Eisenbahn GmbH.

Heute
Personenverkehr
Quelle: Eisenbahnfreunde Hasetal Haselünne e.V.

Personenverkehr

Nachdem 1970 der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt wurde, ist diese einzig für Güterverkehr genutzt worden. Am 11.12.1988 fuhr dann nach langer Zeit wieder eine Dampflok auf den Gleisen und transportierte über 200 Fahrgäste nach Herzlake und zurück. Die Museumseisenbahn der Eisenbahnfreunde Hasetal e.V. befördert seitdem regelmäßig Fahrgäste und bietet auch Themenfahrten, wie zum Beispiel Nikolaus- oder Grünkohlfahrten, an.

Heute
Güterverkehr
Quelle: Eisenbahnfreunde Hasetal Haselünne e.V.

Güterverkehr

Von Anfang an war der Güterverkehr eine wichtige Einnahmequelle auf der Strecke und bis heute werden Güter über die Schiene transportiert. 2009 wurde in Höhe des Mischfutterwerkes in Löningen ein neuer Güterbahnhof errichtet. Neben Mischfutter wird auch zum Beispiel Kies oder Holz auf der Strecke transportiert.

Zukünftige Chancen für die Region

Die Rückkehr des Personennahverkehrs auf der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) wird in der Region stark befürwortet. Vertreter beider Landkreise setzen sich gemeinsam mit den Kommunen aktiv für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs ein.

Sie sehen darin eine große Chance für Berufspendler, Schüler sowie Reisende und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Verkehrs- und Klimawende.