SPNV-Fahrt
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SPNV-Reaktivierung

Reaktivierung ab 2021

Die Strecke Meppen – Essen (Oldb.) rückte seit den 2020er-Jahren wieder stärker in den Fokus der Verkehrsplanung.

Aug. 2021

Erstellung einer Machbarkeitsstudie

Die im Jahr 2021 durch die Technische Universität Braunschweig erstellte Machbarkeitsstudie untersuchte die Reaktivierung der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldenburg) für den Schienenpersonennahverkehr.

Ziel der Studie war es, die technische und betriebliche Umsetzbarkeit eines regelmäßigen SPNV-Angebots auf der rund 51 Kilometer langen Strecke nachzuweisen.

Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass ein attraktiver Stundentakt mit modernen Triebwagen technisch realisierbar ist.

Sept. 2023

Erstellung einer Nutzen-Kosten-Untersuchung

Die Nutzen-Kosten-Untersuchung zur Reaktivierung der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) wurde im Jahr 2023 von der PTV Transport Consult GmbH aus Karlsruhe erstellt.

Ziel der Studie war es, die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke zu bewerten.

Grundlage der Untersuchung war die „Standardisierte Bewertung 2016+“, die bundesweit für Verkehrsprojekte angewendet wird. Dabei wurde geprüft, ob die Strecke die Voraussetzungen für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz erfüllt.

Die Untersuchung von gleich zwei Fahrplanvarianten, die sich jeweils um 30 Minuten unterscheiden, kommt zu einem positiven Ergebnis: Für beide wurde ein deutlich positives Nutzen-Kosten-Verhältnis ermittelt. Variante A erreicht einen Wert von 4,23, Variante B sogar 4,57.

Damit liegt das Projekt klar über dem erforderlichen Mindestwert von 1,0 und gilt als wirtschaftlich sinnvoll. Für die Strecke ist ein Stundentakt mit einer Regionalbahn vorgesehen, die zwischen Meppen und Essen (Oldb.) verkehren soll.

Die Studie prognostiziert täglich rund 3.200 Fahrgäste auf der Linie. Besonders profitieren die Orte Haselünne, Löningen und Meppen von den zusätzlichen Verkehrsangeboten.

Okt. 2023

Vorläufiges Aus im Landesprogramm

Im Oktober 2023 wurde bekannt, dass die Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) aus dem Reaktivierungsprogramm des Landes Niedersachsen ausgeschieden ist.

Der Parlamentarische Lenkungskreis entschied sich von den landesweit insgesamt 54 vorgeschlagenen Bahnstrecken 14 Strecken weiter zu berücksichtigen. Die Verbindung zwischen Meppen und Essen (Oldb.) zählte nicht dazu.

Gründe für diese Entscheidung waren insbesondere offene Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zu den hohen Investitionskosten der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen.

Trotz des Ausscheidens sahen die Landkreise Cloppenburg und Emsland weiterhin großes Potenzial für die Strecke und setzten sich gemeinsam für eine erneute Prüfung ein.

Nov. 2023
Bahnstrecke Meppen Essen November 2023
Quelle: Landkreise Cloppenburg

Neue Hoffnung für die Reaktivierung

Nachdem die Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) zunächst aus dem Reaktivierungsprogramm des Landes Niedersachsen ausgeschieden war, entstand im November 2023 neue Hoffnung für das Projekt.

Vertreter beider Landkreise überreichten dem damaligen Niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies ein umfassendes Gutachten zum Kosten-Nutzen-Verhältnis der Strecke.

An den Gesprächen nahmen neben Vertretern der beiden Landkreise auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landtagsabgeordnete sowie politische Vertreter aus der Region teil.

Verkehrsminister Olaf Lies kündigte daraufhin an, die Strecke erneut überprüfen zu lassen. Die Regionsvertreter sahen darin ein positives Signal für die Zukunft der Bahnverbindung zwischen Meppen und Essen (Oldb.).

Besonders hervorgehoben wurden die Chancen einer leistungsfähigen Ost-West-Verbindung mit Anschluss an zwei Bundesbahnstrecken sowie die Bedeutung für Mobilität, Pendlerverkehr und die weitere Entwicklung der Region.

Febr. 2024
Bahnstrecke Meppen Essen Februar 2024
Quelle: Landkreise Cloppenburg

Im zweiten Anlauf ins Auswahlverfahren

Nachdem die Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) im Oktober des Vorjahres zunächst aus dem Reaktivierungsprogramm des Landes Niedersachsen ausgeschieden war, wurde sie im Februar 2024 wieder in das weitere Auswahlverfahren aufgenommen.

Grundlage dafür waren mehrere Gespräche mit Vertretern der Kommunen, der Politik, der Kreisverwaltungen der Landkreise Cloppenburg und Emsland sowie dem Niedersächsischen Verkehrsministerium.

Im Rahmen eines fachlichen Austauschs in Hannover stellten die Landkreise gemeinsam mit der Emsländischen Eisenbahn und dem beauftragten Planungsbüro die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Analyse vor.

Dabei wurden insbesondere die Bewertungskriterien, infrastrukturellen Besonderheiten der Strecke sowie die Chancen für die Region intensiv diskutiert.

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr sowie die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen signalisierten, die gewonnenen Erkenntnisse in die weiteren Prüfungen einzubeziehen.

März 2025

Lenkungskreis bewertet Strecke als nicht förderfähig

Am 20. März 2025 veröffentlichte der Parlamentarische Lenkungskreis des niedersächsischen Reaktivierungsprogramms die Ergebnisse der zweiten Bewertungsstufe zur Reaktivierung von Bahnstrecken im Schienenpersonennahverkehr.

Obwohl die zuvor erstellte Nutzen-Kosten-Untersuchung mit einem positiven Nutzen-Kosten-Indikator von bis zu 4,57 ein wirtschaftlich vorteilhaftes Ergebnis ergeben hatte, kam der Lenkungskreis im weiteren Verfahren zu einer abweichenden Bewertung.

Als wesentlicher Grund wurden insbesondere die hohen Investitionskosten für die notwendige Modernisierung der Infrastruktur genannt. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen an Bahnübergängen, Anpassungen der Leit- und Sicherungstechnik, Bahnsteiganlagen sowie weitere technische Anforderungen entlang der Strecke.

Die Landkreise Cloppenburg und Emsland sowie die Emsländische Eisenbahn hielten dennoch weiter an der Bedeutung der Strecke für die regionale Mobilität fest. Zugleich sollten weitere Möglichkeiten zur Kostenreduzierung und technische Alternativen geprüft werden.

April 2026

Erstellung einer Investitionskostenanalyse

Die Untersuchung aus April 2026 zur Reaktivierung der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) befasst sich mit den infrastrukturellen und finanziellen Voraussetzungen für einen modernen Schienenpersonennahverkehr auf der Strecke.

Diese wurde von der IVE – Ingenieurgesellschaft für Verkehrs- und Eisenbahnwesen mbH durchgeführt. Die Untersuchung wurde durch die Landkreise Cloppenburg und Emsland gemeinsam mit der Emsländischen Eisenbahn GmbH erarbeitet.

Im Mittelpunkt standen insbesondere die Investitionskostenanalyse, mögliche Einsparpotenziale sowie alternative Fördermöglichkeiten.

Untersucht wurden unter anderem Bahnübergänge, Weichen, Brücken, Bahnsteige, Elektrifizierung sowie Leit- und Sicherungstechnik entlang der rund 51,3 Kilometer langen Strecke zwischen Meppen und Essen (Oldb.).

Die Untersuchung zeigt, dass durch angepasste technische Lösungen und bereits geplante Infrastrukturmaßnahmen deutliche Kosteneinsparungen möglich sind.

Während die ursprüngliche Kostenschätzung der LNVG noch bei rund 106,9 Millionen Euro lag, konnte die aktualisierte Analyse die möglichen Gesamtkosten auf etwa 64,2 Millionen Euro reduzieren.

Juli 2026
SPNV-Sonderfahrt Bahnstrecke Meppen Essen 2026

SPNV-Sonderfahrt auf der Strecke Meppen – Essen (Oldb.)

Im Juli 2026 findet auf der Bahnstrecke Meppen – Essen (Oldb.) eine besondere SPNV-Sonderfahrt statt. Ziel der Fahrt ist es, die Strecke erneut in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken und die Potenziale einer zukünftigen Reaktivierung für den Schienenpersonennahverkehr sichtbar zu machen.

Besonders im Mittelpunkt stehen die Chancen für eine bessere regionale Mobilität, die stärkere Vernetzung der Orte entlang der Strecke sowie die Bedeutung einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur im westlichen Niedersachsen.